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aus dem   Heft 2 / 2002:

Das versteckte Amerika

In Amerika ist die Route 66 die Straße, um die Provinz, das versteckte Amerika kennenzulernen. Auszüge aus diesem Urlaubsbericht vom August 2001 enthalten jede Menge Appetizer auf Natur am Rande der Straßen.
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Wir nehmen den Hyw 89 North und haben den Eindruck in die 'Badlands' zu fahren. Es geht meilenweit ueber eine Hochebene und in der Ferne sieht man rote Felswaende im Dunst. Wir durchqueren Navajo-Gebiet und alle paar Meilen gibt es einen Verkaufsstand von Navajo Schmuck - meist Tuerkisschmuck - am Strassenrand. Dann ueberqueren wir den Colorado.
Eine Stunde spaeter geht es auf den Campingplatz in der Naehe des North Rim Drives des Grand Canyons, den wir morgen besichtigen wollen.
Nur etwa 10% der Besucher des Grand Canyons waehlen diese Route, alle anderen 'draengeln' sich am Suedrand, den man teilweise nur in Bussen befahren darf - das ersparen wir uns und koennen so die Ausblicke in den riesigen Canyon entspannt geniessen. Beeindruckend sind wirklich die Groesse und das Farbenspiel der Felsen - je nach Lichteinwirkung. Ab und zu kann man eine Schleife des Colorados entdecken.

Als das Nachmittagsgewitter heraufzieht, machen wir uns auf den Weg zum Bryce Canyon.
Immer mal wieder wollte morgens unser Bus nicht anspringen - der Starter funktionierte nicht richtig, liess sich aber mit gezieltem 'Haemmerchen-Geklopfe' wieder aktivieren… Wir werden ein bisschen nervoes, als sich diese Situationen haeufen und telefonieren mit VW. Der naechste VW-Dealer sitzt allerdings ueber 200 m weit weg in Las Vegas, muesste erst einen neuen Starter bestellen und wir wuerden tagelang festhaengen. So sind wir mutig und verlassen uns weiter auf das Haemmerchen…
Aus diesem Grunde fand der Sonnenaufgang an diesem Morgen im Bryce Canyon ohne unsere begeisterten Zurufe statt, aber wir haben dennoch, einen wunderschoenen Vormittag im Canyon und seinen Aussichtspunkten zugebracht. Wir koennen uns an seinen roten Tuermchen nicht sattsehen, die durch die Erosion entstanden sind. Selbst in heller Vormittagssonne sind die Farben intensiv!
Am Nachmittag, waehrend des ueblichen Gewitters fahren wir in die naechste Stadt (80m) um nach einem neuen Photoapparat zu sehen - die Verschlussklappe ging leider kaputt - Reparatur auf die Schnelle ist nicht und Nationalparks ohne Photo schon gar nicht!! Das war nicht so ganz unser Tag…

Das naechste Ziel, der Capitol Reef National Park, fasziniert durch seine, wieder ganz andersartigen Felsformationen in allen Farbschattierungen. Es ist rauh, trocken, staubig und steinig!! Wer Steine nicht mag, ist hier fehl am Platze! Der Boden ist allerdings mit kleinen Bueschen ueberzogen, die winzige, gelbe Blueten haben - die Wueste lebt…
Im Tal fliesst ein Bach und an diesem haben sich im 19. Jahrhundert Mormonen niedergelassen. Deren Haeuser kann man besichtigen und in ihren damals angelegten Obstgaerten kann man heute noch zum Selbst-pflueckpreis Aepfel und Pfirsiche pfluecken. Wir auch!!

Wir fahren weiter durch diese sogenannte Hochwueste, in der es tatsaechlich vereinzelt kleine Ansied-lungen gibt. In einem Oertchen laedt uns ein Schild ein: Rocks (Steine) und Museum… Wir halten vor einem klapprigen Haeuschen und sind ueberrascht, welche Schaetze uns die Besitzerin stolz zeigt: Steine und versteinertes Holz in jeder Variation, roh oder geschliffen, und Saurierknochen ohne Zahl! Feuchtet man diese "Steine" an, kann man wunderbar noch die Zellen und das Knochengewebe erkennen. Ihr Mann hat in ueber 12 Jahren zwei riesige Saurierknochen (mannsgross) zusammengepuzzelt - ihr ganzer Stolz! Die Dame weiss allerdings auch, was diese Steine wert sind: die Preise sind so hoch wie in jedem Touristenladen!!

Das naechste Highlight bietet der Arches Nationalpark. Hier findet man Steinboegen in jeder Groesse und Form, die sich durch die Erosion gebildet haben - faszinierend besonders im Abend- und fruehen Morgenlicht!! Wir koennen uns nicht satt sehen!! Zu vielen Boegen muss man hinlaufen, was aber nur am Morgen oder Abend moeglich ist, denn die Sonne knallt auch hier unerbittlich heiss. Nach einer 2,5 stuendigen Wanderung am Morgen sind wir fix und fertig und machen uns auf den Weg zum Canyonlands National Park, der quasi 'um die Ecke' liegt.

Dieser Park ist nur wenig erschlossen und bietet Ausblicke auf drei verschiedene Hoehenebenen. Tief unten im Tal treffen sich der Green River und der Colorado. Auf der zweiten Hochebene kann man noch Spuren der Wege entdecken, die fruehere Siedler, bzw. Bergbauarbeiter (Salz) hinterlassen haben.
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Nun sind wir schon wieder auf dem Weg nach Osten, haben aber noch einen besonderen Stop vor uns: den MESA VERDE National Park in Colorado.
Man findet hier uralte, mehrstoeckige Wohnbauten, die Nischen im Fels ausfuellen. Diese Felsenwohnungen - ganze Doerfer- sind an Zahl und Zustand einzigartig. Ab etwa 750 n. Chr. begannen die Anasazi (ein Navajo-Wort fuer "die Alten"), wie die Archaeologen das Volk nennen, ihre Wohnungen auf der MESA - der Hochebene, zu Pueblos, kleinen Doerfern zusammenzulegen. Um 1200 zogen sie hinunter in die Felsnischen. Die Felsueberhaenge haben die Doerfer gut geschuetzt, so dass sie heute wie unberuehrt erscheinen. 1888 erst wurden sie durch Zufall von zwei Cowboys entdeckt. Wir sehen uns zwei dieser Doerfer an, den Cliff Palace, das groesste  Dorf und das "Long House" im westlichen Teil des Parkes , der erst seit 1972 fuer Besucher zugaenglich ist. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus und hoeren fasziniert zu, was der engagierte Ranger uns alles erzaehlt! Ein absoluter Hoehepunkt unserer Reise!

Dann geht es Richtung Rocky Mountains und bald ueberqueren wir den ersten Pass (ca. 3000m hoch). Spaeter fuehrt uns die Strasse durch oedes Weideland auf dem nur Yukkas und Kakteen zu gedeihen scheinen. Wo die riesigen Rinderherden, die wir sehen, hier noch etwas zu fressen finden, wird uns ein Raetsel bleiben. In La Junta kommen wir an einem Viehverladeplatz vorbei - heute ist Dienstag, da wird in der Knallsonne verladen und wir schauen eine Weile zu.
Kurz vor dem naechsten groesseren Ort, kommen wir an einem sogenannten "Feedyard" vorbei. Tausende Rinder auf einem Fleck und kein Grashalm ist zu sehen. LKWs schuetten Kraftfutter in die Troege. Auf dem Wege nach Dodge City kommen wir mindestens an weiteren 5 dieser Anlagen vorbei und haben inzwischen den Glauben an gesunde, freilaufende Rinder ziemlich abgelegt.
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Wir nehmen uns Zeit, durch die Ozark Mountains - eine Bergkette, die zwischen den Appalachien und den Rocky Mountains liegt, zu fahren. Diese Fahrt erinnert uns sehr an den Blue Ridge Parkway in den Appalachien, den wir besonders gerne im Herbst befahren. Die Strasse ist gesaeumt von kleinen Restaurants und Tradingposts ('Verkaufsstellen'), deren Angebot sich sehr aehnelt. Allerdings kann man hier auch hangearbeitete Quilts erstehen, die von Frauen der Gegend selbst gefertigt wurden. Preislage um die 500.-$ und aufwaerts.
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Es geht ueber Chattanooga durch die Berge heimwaerts und am Sonntag, 26.8.01 kommen wir gegen 16.30 Uhr nach 6218 gefahrenen Meilen wieder gluecklich zu Hause an!
Eine erlebnisreiche Tour durch das 'versteckte Amerika' liegt hinter uns!!

Sabine Pfeiffer

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