Klettern in der Schwäbischen Alb
Nun ist es also doch noch passiert: Wir waren in der Schwäbischen Alb klettern.
Die Schwäbische Alb
zu Fuss zu durchqueren war ja schon ein mutiges Unterfangen. Auf unserem
Weg von Nürtingen am Neckar nach Ulm an der Donau passierten wir in
vier Tagen so aufmunternde Flurnamen wie Blasenberg, Kniebrech und
Prügelfeld. Ausser dem Umstand, dass Alfred sich doch unangenehme
Blasen an den Fersen zugezogen hat, ist uns aber nichts unangenehmes widerfahren.
Also haben wir beschlossen,
dass auch das Klettern wohl nicht so schlimm werden kann, obwohl unsere
bisherigen Informationen eher bröselnden Fels behandelten.
Mit S-Bahn und Nahverkehrszug
fuhren wir von Untertürkheim nach Metzingen. Statt eine Stunde auf
den Anschluss zu warten, wanderten wir Richtung Glems und aufwärts
zum Rossfels am Albtrauf. Mit Öffis und Fussweg in gut 2 Std. erreichbar.
Man kommt an einer Grillstelle vorbei am Felskopf an und kann vom Gipfelkreuz!!
einen wunderbaren Blick Richtung Neckar und Stuttgart geniessen.
Es war herrlich wenig los, obwohl der Rossfels viele Touren im 5./6. Grad bietet. Die Routen sind gut gesichert, es lassen sich aber auch Keile legen. Die Sonne schien auf den SW exponierten, festen und gar nicht speckigen Fels. Vorsichtig waren wir beim Klettern doch, nicht zuletzt, weil ich den Kalk eh wenig gewöhnt bin, und Alfred jetzt viel im Sandstein unterwegs war. Es gibt Verschneidungs-, Platten-, Kaminkletterei, für jeden Geschmack etwas, sehr vielfältig an diesem doch eher kleinen Fels. Von weitem gesehen stehen dem Rossfels am Albtrauf diverse Felsen zur Seite, aber ausser dem nahegelegenen Wiesfels, sind alle anderen gesperrt.
Das Gipfelkreuz am Rossfels
"Ein Fall, der nur knapp seiner Verhandlung vor dem königlich-schwäbischen Amtsgericht Glems entgangen sein dürfte. Unglaublicherweise schufen hier einige gipfelkreuzgeile Wanderfreunde auf eigene Faust vollendete Tatsachen. Wohlgemerkt an einem Naturdenkmal, an welchem bauliche Massnahmen eigentlich per Gesetz verboten sind. Angesichts der Toleranz, die dieser Massnahme von Amtes wegen entgegengebracht wurde, fragt man sich schon, mit welcher Legitimation andernorts über die Naturdenkmal-Zerstörung durch einzelne Bühlerhaken heiss diskutiert wird."Ein wirklicher Pluspunkt dieser beiden Kletterfelsen: auf dem Rückweg nach Glems liegt ein italienisches Restaurant, Terassenblick auf die Felsen, an einem Schwimmbad geht es vorbei und die reifen Kirschen am Wegesrand locken im Frühsommer im Auf- und Abstieg, der Herbst wartet dann mit Äpfeln auf.
Verena und Alfred