aus dem   Heft 4 / 2002:

Der Harz - schützenswerte Kleinode im Naturraum

Der Naturraum Harz ist ein geschlossenes Gebiet mit etwa 840 kmē Fläche (nur Westharz). Besonders das Klima und die Geologie sind hier anders als im Umland.

Das Klima ist alpin - mit niedrigen Temperaturen und hohen Niederschlägen. Der Brocken: im Jahresmittel eine Lufttemperatur von 3°, der letzte Frost am 5. Juni, die frostfreie Zeit im Mittel nur 113 Tage, 1600 mm Niederschlag im Jahresmittel, davon 40% als Schnee, und im Mittel 200 Nebeltage pro Jahr.

Geologisch ist der Harz ein Faltengebirge mit einer hohen Stufe im Norden - 300 bis 400 m höher als das Umland - und von Süden etwas sanfter ansteigend. Das Bild vom Harz ist geprägt durch Wald, meistens Fichtenforst - so zeigt er sich schon weitem.

Gebirge, viel Wasser, Wald - die idealen Voraussetzungen für Bergbau, der dem Harz in der Vergangenheit denn auch stark zusetzte. Künstlich angelegte Teiche, um die Wasserkraft beim Bergbau zu nutzen, zeugen heute noch besonders in der Umgebung von Clausthal davon.

Naturdenkmal HammersteinklippenDer gesamte Harz ist Landschaftsschutzgebiet, ein Teil ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und seit kurzem gibt es den Naturpark mit strengen Auflagen. Aber was ist eigentlich schützenswert? Eine Erfassung Mitte der 80er Jahre (Olaf von Drachenfels; "Naturraum Harz - Grundlagen für ein Biotopschutzprogramm", 1990) brachte dabei Erstaunliches zu Tage: es sind vor allem die unauffälligen, versteckten Biotope schützenswert. Ein paar Beispiele:

Felsen, Steinbrüche und Blockhalden stellen noch eine Besonderheit der schützenswerten Gebiete dar: sie sind in erster Linie "nur" geowissenschaftlich bedeutsam, als Biotop nur schützenswert, wenn dort seltene Moose oder Flechten wachsen. Oder wenn es Naturdenkmale sind, wie die große Wurmbergklippe bei Braunlage oder die Hammersteinklippen bei Kamschlacken (Foto).

Die Erfassung weist etwa 28 kmē Fläche als für den Naturschutz wertvoll aus. Bis 1990 lag davon nur etwa die Hälfte in Naturschutzgebieten. Die Hochmoore liegen schon seit längerer Zeit in Naturschutzgebieten, aber Grünland (Foto zeigt Beispiel) wurde z.B. kaum beachtet.

Bärwurz-Goldhaferwiesen-GrünlandForst- und Wasserwirtschaft und Tourismus bedrohen immer noch die Natur im Harz. Es ist zu hoffen, dass die Maßnahmen reichen und der Schutz zunimmt, damit diese einzigartige Naturlandschaft erhalten bleibt.

Michael Lindrum