Bekleidungstipps
Die Kleidung des Bergsteigers hat zwei Aufgaben zu erfüllen, einerseits den Körper warm zu halten, zum anderen die Hautatmung so wenig wie möglich zu behindern. Der sogenannte Schnürlsamt, auch Manchester, Velvet oder Rippensamt genannt ... ist überaus strapazierfähig. Hosen aus solchem Schnürlsamt, auch O.L.T.-Kord genannt, sind einfach nicht umzubringen. Auch bewähren sie sich sehr gut, wenn es auf Reibung ankommt. Sie haben nur einen Nachteil: wenn sie einmal richtig nass werden, trocknen sie nur sehr langsam, sind dann nass, steif und schwer. Mit solchen Hosen zu klettern, ist kein Vergnügen mehr. Man zieht daher vielfach, insbesondere für nasse Gegenden, Hosen aus Loden oder Kordstoffen vor. Gezwirnte Wollstoffe, denen Perlon beigemengt wird, werden strapazierfähiger. Für Eis- und kombinierte Bergfahrten erscheint der sogenannte Hausmacherloden, insbesondere das Walliser Tuch, als das idealste. Diese homespunartigen Schafwollstoffe, in die sich seit Jahrzehnten alle Westalpenführer und die meisten unserer ostalpinen Bergführer kleiden, sind nicht nur strapazierfähig, reißfest, ziemlich winddicht, wärmend, ohne heiß zu sein, sie nehmen auch nicht leicht Wasser auf, kälten und durchnässen nicht so sehr wie andere Stoffe und trocknen rasch. Überdies sind sie sehr kleidsam.
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Die Kletterjoppe ist etwas kürzer als die übliche Jacke, etwas anliegend geschnitten, mit verdeckten Knöpfen, ohne Außentaschen, dafür aber mit extragroßen, festen Innentaschen ausgestattet. Die Ärmel unter den Achseln und in der Beuge sind weit geschnitten und mit Spangen verschließbar.
Die Kletterweste, die heute vielfach die Jacke ersetzt, reicht bis zur Hüfte, liegt in der Taille an und hat meist quergeschnittene Außenbrusttaschen, die zur Aufnahme der sogenannten Schlosserei, der Karabiner und Mauerhaken sowie des Kletterhammers dienen. Während sich bei Skifahrten der doppelte Anorak bewährt hat, genügt für Sommertouren ein einfacher Anorak, doch unbedingt mit Kapuze.
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Wie schützt sich der Bergsteiger am besten vor Regen und Nässe? Der alte Lodenmantel in Ehren er bildet immer einen tadellosen Regenschutz und ist vielseitig verwendbar, aber leider für Hochtouren und Kletterfahrten unpraktisch. Gerade hier bedeuten die Nylonerzeugnisse einen entscheidenden Fortschritt. Da die Nylonfaser Wasser nicht aufnimmt, sind Perlerinen und Überzüge aus diesem Material auch für Winter- und Eisfahrten besonders geeignet. Außerdem sind sie wesentlich leichter. Die Reißkraft der Nylonfaser ist so groß, dass man sie sogar für Kletterseile verwendet hat. Mit einer guten Perlon-Perlerine, die mit schulterhohen Armschlitzen versehen ist, läßt sich auch bei Regen noch gut klettern.
Handschuhe zum Klettern? Unter gewissen Umständen ja! Am besten einfache norwegische Wollhandschuhe, denen man eventuell die Fingerkappen abschneidet. Als Kopfbedeckung wird der Filzhut fast immer genügen, dessen tiefe Nackenkrempe bei Regen eine Wohltat ist; gegen Kälte schützt die altbewährte Zipfelmütze, bei Klettereien, die durch Steinschlag gefährdet sind, ein Helm aus Kunststoff.