Druckentlastung an Fuß und Schuh
Beim Wandern, Bergsteigen, Joggen, Klettern, Langlauf etc. treten immer Druck- und Reibekräfte vom Schuh auf den Fuß auf. Mit zunehmender Fußwärme und -feuchte wird die Haut empfindlicher, und anfälliger für Schädigungen durch diese Belastung. Stundenlange einseitige Beanspruchung (Hüttenanstieg, Gipfelabstieg) tut ihres dazu.
Unterwegs läßt sich da nur mit einem wohlsortierten Notfallset Linderung erzielen. Blasenpflaster ist wohl am bekanntesten. Ein weiteres, fast schon Allround-Mittel sind selbstklebende Polster- und Filzringe. Sie werden als Ballen- oder Hühneraugenentlastung in verschiedenen Größen von rund bis oval angeboten. Mit der vollständigen Aussparung entlasten sie Druckstellen von Schuh und Schnürung auf allen knöchernen Erhebungen genauso, wie offene Blasen oder Wundstellen (hier anschließend mit einem Pflaster abdecken), Warzen und Hühneraugen. Auch Druckstellen des Rucksacktragesystems auf das Schlüsselbein habe ich damit schon erträglich gehalten. Diese Polster und Filze erhält man gelegentlich auch als Plattenmaterial, aus denen sich größere Abdeckungen (etwa eine Polsterlasche) oder individuelle Entlastungsringe schneiden lassen.
Ein anderes Hilfsmittel ist die Zehenkappe aus Polstermaterial. Sie entlastet blau angelaufene Zehennägel, Nagelbettentzündungen und Zehenkuppen, wenn sich der Nagel gerade verabschiedet hat. Sie kann auch ein Abstandhalter sein, wenn es Probleme zwischen den Zehen gibt. Spitzenbelastungen bei Hammer- oder Krallenzehen lassen sich damit ebenfalls mildern.
Aber Vorsicht: all diese Aufbauten brauchen einen gewissen Platz. Wirklich zu engen Schuhen kommt man damit nicht bei. In dem Fall sollte der Schuh geweitet werden, evtl. punktgenau an der Problemstelle, wenn die Schuhform sonst gut ist.
Verena Bähr