Fachchinesisch aus der Seilerei
- Arbeitsvermögen
- Die Fähigkeit eines Seiles, durch Dehnung (Sturz-)Energie aufzunehmen
(wie eine Feder)
- Aufschießen
- Aufnehmen des Seiles zum Transport. Am günstigsten ist die Schlaufenmethode)
- Dekanewton
- Physikalische Krafteinheit, 1 daN entspricht etwa der Gewichtskraft von
einem Kilogramm
- Doppelseil
- Seil, das nur im Doppelstrang genügend Sicherheit bietet. Es gibt Halb-
und Zwillingsseile
- dynamisches Seilmaterial
- Seilmaterial, das durch Dehnung Sturzenergie aufnehmen kann. Bergseile
wirken dynamisch
- dynamische Sicherung
- Sicherungsmethode, bei der Sturzenergie durch Seilreibung beim Durchlaufen
eines Bremsgerätes oder Knotens abgebaut wird. Zu Recht am verbreitetsten
ist die Halbmastwurfsicherung
- Einfachseil
- Seil, das im Einfachstrang genügend Sicherheit bietet. Man
unterscheidet Normsturzseile und Multisturzseile
- Fangstoß
- Kraft, die beim Abfangen des Sturzes auf Sicherungskette und Körper
wirkt. Um so höher, je härter der Sturz (hoher Sturzfaktor) und je
statischer die Sicherung
- Gebrauchsdehnung
- Dehnung des Seils bei Belastung mit 80 kg
- Halbseil
- Doppelseil; wird im Einzelstrang mit 55 kg Sturzgewicht geprüft
- Innere Abrasion
- Dringt Schmutz oder Sand durch den Mantel in das Seil ein, kann er die
Litzen des Seilkerns durchscheuern
- Kantenarbeitsvermögen, Kantenfestigkeit
- Fähigkeit des Seils, eine Sturzbelastung über Kanten zu
ertragen
- Kern
- Das tragende Innere eines Seils, aus Millionen Kunststofffasern
geflochten
- Knotenweite
- Die lichte Weite eines Kreuzschlagknotens nach Belastung mit 10 daN.
Zulässiger Maximalwert 1,1facher Seildurchmesser.
Je geringer die Knotenweite, desto geschmeidiger das Seil
- Lagerung
- Die Lagerung wirkt sich nicht wesentlich auf die Seilalterung aus. Dennoch:
am besten kühl, trocken, dunkel und abseits von Chemikalien, vor allem
Säuren
- Mantel
- Umhüllung des Seilkerns (Kernmantelkonstruktion). Schützt den Kern
vor Scheuerung, verbessert die Griffigkeit und trägt einen Teil zur
Festigkeit bei
- Mantelverschiebung
- Verschiebung des Mantels eines 2 Meter langen Seilstücks nach
Durchziehen durch eine Prüfapparatur. Erlaubter Maximalwert 40 mm,
Idealwert 0 mm. Seile mit großer Mantelverschiebung können schnell
unhandlich werden.
- Multisturzseil
- Einfachseil, das mehr als 8 bis 9 Normstürze aushält
- Normsturz
- Ein sehr harter Sturz (Sturzfaktor etwa 1,75, statisch gebremst) zur
UIAA-Prüfung von Bergseilen. Mindestanforderung: 5 gehaltene
Stürze
- Normsturzseil
- Einfachseil, das 5 bis 8 Normstürze aushält
- Seilkiller
- Steigeisen, Eispickel, Steinschlag. Draufstehen mit Bergschuhen auf sehr
scharfkantigem Untergrund
- Seilpflege
- Für lange Freude: ordentlich lagern, vor Dreck, Nässe und
Vereisung schützen, Waschen mit klarem (evtl.
destilliertem) Wasser oder speziellem Seilwaschmittel, nicht in der Sonne
trocknen
- Sicherheitsreserve
- Je dicker und neuer das Seil, desto mehr Sicherheitsreserve hat es. Es
hält also eher einen Sturz über
eine Felskante aus
- Statisches Seilmaterial
- Seilmaterial, das sich kaum dehnt, zum Beispiel Reepschnüre oder
Speläo (Höhlen-)Seile. Nicht zur Sicherung von Vorsteigern tauglich,
da Arbeitsvermögen zu gering
- Sturzfaktor
- Verhältnis der Sturzhöhe zur ausgegebenen Seillänge.
Möglicher Maximalwert 2 (Vorstiegssturz am Stand vorbei)
- UV-Strahlung
- Die UV-Strahlung im Hochgebirge schadet dem Seil nicht wesentlich, da es zu
kurz im Freien ist. Vorgefundene Schlingen
(ausgebleicht) dagegen sind immer im UV-Licht und altern schneller
- Zwillingsseil
- Doppelseil, das im Doppelstrang wie ein Einfachseil geprüft wird
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