aus dem Höhenrausch Heft 2/2003:

Klettersteigschuhe

Und wieder ein extra Ausrüstungsteil!?

In der Märzausgabe 2002 von “Alpin” wurden Klettersteigschuhe getestet. Namhafte Hersteller preisen unter diesem Titel ihre neuen Modelle an, die für das genannte Heft natürlich auch im Zu- und Abstieg geprüft wurden.

Das Fazit der Tester: feste Sohlen und guter Halt im Knöchelbereich sind wichtig, damit ein sicherer Tritt auf Eisenbügeln und im Abstieg gewährleistet ist. Je nach Lage des Klettersteiges erfordern Zu- und Abstiege sowieso steigeisenfeste Schuhe.

Damit ist der Kauf spezieller Klettersteigschuhe eher fragwürdig, denn jeder bedingt steigeisenfeste Bergschuh erfüllt die wichtigen Kriterien, die bei Klettersteigen anzumerken wären. Es ist nötig, sich mit dem Umfeld und den Höhenlagen der Klettersteige zu befassen, der Schuh muss für das gesamte Gelände ausgewählt werden. Natürlich kann man neben den voll steigeisenfesten Hochtourenstiefeln auch ein Paar leichtere Bergschuhe besitzen. Wer viel im Gebirge unterwegs ist, wird den Komfort des Wechselpaares schätzen lernen und wegen der längeren Lebensdauer der Schuhe lohnt es sich auch.

Wenn schon speziell, dann mit einem Blick auf das Sohlenprofil: verschiedene Schuhhersteller greifen bei hochwertigen Bergschuhen immer wieder auf Vibramsohlen zurück. Doch genauso, wie es bei Vibram griffigere und weniger griffige Gummimischungen gibt, unterscheiden sich mittlerweile die Profile. Klettersteige gehen sich angenehmer mit feinerem Profil, in trockenem Gelände reiben solche Sohlen wegen mehr Auflagefläche besser. Bei matschigem Gelände setzt sich das feine Profil aber schneller zu und wird glatt. Ein gröberes, offeneres Profil greift hier besser.

Eventuell ist weniger mehr. Wer gerne Zusatzgepäck mit nimmt, trägt auch noch ein Paar Sportklettersteigschuhe. Andere brauchen den Rucksackplatz für Helm, Sicherungsmaterial und ausreichend Flüssigkeit.

Verena Bähr

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